Feueruntersuchungen bei wilden Rooibos-Flächen im Suid Bokkeveld

Wilder Rooibos wächst natürlicherweise in hochbiodiversen Orten, zusammen mit einer großen Zahl von Pflanzen der Fynbos-Artengemeinschaft. All diese Pflanzen sind an Feuer angepasst und viele der Arten würden ohne das Vorkommen von Buschbränden aufhören sich zu reproduzieren und schließlich innerhalb weniger Jahrzehnte aussterben.

Im Suid Bokkeveld kommen Feuer natürlicherweise während der sommerlichen Gewitterstürme vor, die meist in den späten Sommermonaten auftreten (Januar bis April). Seit der Besiedelung Mitte des 18. Jahrhunderts, haben die Bäuer*innen Feuer als Kultivierungsinstrument genutzt, um Pflanzenregeneration und Wachstumsstimulation von Gräsern und anderen genießbaren Pflanzen zu bewirken.

Rooibos entwickelte sich im letzten Jahrhundert zu einem Handelsprodukt. Der meiste Rooibos wird auf Plantagen produziert, die Bäuer*innen von Feuern beschützen um finanzielle Verluste zu vermeiden. Die Ernte von wildem Rooibos blieb Einkommensquelle von einigen Bäuer*innen, aber das Aufkommen von Feuern hat sich in den vergangenen Jahren durch menschlichen Einfluss gewandelt. Es ist schwierig zu bemessen, welches Feueraufkommen den Rooibossammler*innen und der Biodiversität am meisten nützen. Um dieser Frage nachzugehen haben EMG und Mitglieder der Heiveld-Kooperative Experimente mit Testflächen gemacht, die zum Teil Feuern ausgesetzt waren und zum Teil von Feuern verschont blieben und untersuchten dabei die regenerative Vegetation.

Nick Helme war zuständig für die Untersuchung der Vegetation auf den Testflächen, die sich auf zwei Anwesen im Suid Bokkeveld befanden. Die Bewertung wurde 2009 vor und nach den durchgeführten Bränden bzgl. aller vorkommenden Pflanzenarten gemacht. Das Ziel war es generelle Aussagen für die Handhabung von Buschbränden im Suid Bokkeveld treffen zu können.

Der erste Bericht identifizierte alle Arten, die im Herbst 2009 vorkamen. Nachfolgeuntersuchungen jeden Frühling haben die Pflanzenpopulationen nach der Braun- Blanquet-Methode untersucht und die relative Bedeckung jeder Pflanze hervorgebracht.

Jede Untersuchungsstelle (Dobbelaarskop & Blomfontein) hatte zwei 10 x 10 m große Kontrollflächen und zwei 10 x 10 m große Untersuchungsflächen mit kontrollierten Bränden. Die Brände auf den Untersuchungsflächen wurden im April 2009 gelegt, die Daten wurden im September 2009, 2010 und 2011 eingeholt. Der folgende Abschnitt gibt die Beobachtungen und Interpretationen der Daten von Nick Helme wieder.

Gesamte Pflanzenbedeckung

Dobbelaarskop: die gesamte Pflanzenbedeckung stieg während der drei Jahre signifikant auf den beiden Kontrollflächen, während dies weniger auf den verbrannten Flächen zu beobachten war, was zum Teil auch an einem sehr groben Untersuchungsraster und der subjektiven Beobachtung liegt. Es lässt sich sagen, dass die Vegetationsbedeckung auf allen Flächen anstieg, mit einer signifikant höheren Bedeckung auf den Kontrollflächen, jedoch sind drei Jahre für eine vollständige Pflanzenregeneration in dieser sehr trockenen Region nicht ausreichend. Es wird davon ausgegangen, dass die verbrannten Flächen sieben bis zehn Jahre brauchen um sich vollständig zu erholen.

Blomfontein: Die zunehmende Vegetationsbedeckung war hier weniger ausgebildet, aber immer noch zu beobachten, jedoch lassen die groben Untersuchungsraster keine klaren Aussagen hierzu zu.

Aspalathus linearis Bedeckung

Dobbelaarskop: Die Kontrollflächen zeigten insignifikanten Bedeckungsanstieg, während die Brandflächen teils deutlichen Anstieg der Bedeckung. Das unterschiedliche Wachstum könnte auf unterschiedliche Saatzusammensetzung zurückzuführen sein. Es ist jedoch deutlich, dass Feuer keine negativen Folgen für wilden Rooibos in dieser Gegend hat.

Blomfontein: Auf allen Versuchsflächen konnten dramatische Wachstumsanstiege des wilden Rooibos beobachtet werden, jedoch auch auf einer der Kontrollflächen, was auf die guten Regenfälle 2009 und 2010 zurückzuführen ist. Feuer ist eindeutig nicht negativ für diese Region.

Artenreichtum

Dobbelaarskop and Blomfontein: Die Daten vor und nach dem Brand 2009 können nicht in Bezug auf einjahrigen Pflanzen oder Geophyten (z.B. Schizodium flexuosum) verglichen werden, da die meisten Arten im April nicht vorkommen (Ende der Trockensaison). Dies trifft auch auf die Kontrollfläche zu. Aus diesem Grund mussten die Untersuchungen nicht zur selben Jahreszeit stattfinden (auch die Jahre unterscheiden sich voneinander). Nichtsdestotrotz konnte ein erheblicher Unterschied der jährlichen Taxa Häufigkeitsmuster zwischen 2010 (niedrig, geringe Niederschläge) und 2011 (hoch, mehr Niederschläge) gefunden werden, was zum Teil durch den gewöhnlichen Effekt der gleichmäßig sinkenden Häufigkeiten in den Jahren nach den Bränden ausgeglichen wurde (hoch in den ersten fünf Jahren, danach sinkend).

Das relativ grobe Braun-Blanquet-Raster war erneut ein Problem bei der Betrachtung der Gesamtbedeckung von kleinen Arten, wie Einjährigen und Geophyten – auch wenn diese vor Ort waren häufte sich ihre Bedeckung selten zu mehr als 1 m2 an und sicher nicht mehr als 5 m2. Eine Anzahl vorhandener Arten konnte erst 2010 und 2011 nachgewiesen werden, was vor allem auf die steigende Erfahrung der Untersuchenden, sowie auf eine bessere Artenliste zurückzuführen ist, manche Arten sind nur schwer zu erkennen. Wahlenbergia sp nov war seltsamerweise abwesend auf allen Flächen in 2011 – womöglich war es in diesem Jahr früher oder später als gewöhnlich in Blüte.

Manche Arten, so wie die wiedersäenden (vs. die wurzelnden) Restios, gingen in ihrer Häufigkeit nach dem Brand zurück und konnten aufgrund niedriger Wachstumsraten nach dem Feuer nicht nicht identifiziert werden, sondern erst wieder 2010 und 2011, oder gar nicht (wie z.B. Thamnochortus platypterus in Dobbelaarskop). Kurze Feuerintervalle (unter 5-6 Jahre) könnten somit wiedersäende Pflanzen von der Region komplett verdrängen, was einen dramatischen strukturellen Einfluss hätte, da sie prägend für viele Fynbos-Gemeinschaften sind.

Generell waren die meisten Geophyten und Einjährigen in beiden Kontroll- und Versuchsflächen anwesend, auch wenn sie wenig bis deutlich häufiger in den Brandflächen vorkamen (die Daten zeigen dies jedoch nicht deutlich). Mehrjährige Sukkulenten, so wie Ruschia dichroa und Ruschiella lunulata reagierten weniger gut auf die Brände, was nicht überraschte. Jene, die vom Feuer verschont blieben, überlebten, aber es scheint keine Post-Brand-Mechanismen für diese Pflanzen zu geben. Ein beeindruckender Aspekt über die Ergebnisse ist, dass sich die Flächenzusammensetzung von Fläche zu Fläche deutlich unterscheidet. Dies ist ein typisches Phänomen im Fynbos, das die Biodiversität im Biom hochhält. Es ist jedoch auch ein Faktor, der direkte Vergleiche dieser Art von Studie erschwert, da es nahezu unmöglich ist, identische Flächen zu finden. Pflanzensterblichkeit, die nicht brandbezogen auftrat (z.B. Leucadendron sheilae und Erica rigidula), die zu einem geringen Maß auftrat können auf Trockenperioden zurückzuführen sein.

Bedrohte Arten

Die Flächen selbst enthielten nicht viele bedrohte Arten, aber es gab einige meist regional oder lokal endemische Arten. Blomfontein enthielt Leucadendron sheilae (Rote Liste Art als bedroht gelistet – nahe der Versuchsfläche gab es eine Population). Babiana engysiphon (bedroht), Athanasia leptocephala (selten) und Wahlenbergia sp nov (regional endemisch), auch wenn die lokal endemische Babina rigidifolia (LC) auf nahen Gesteinsflächen häufig vorkommt. Die Analyse der Flächendaten in Bezug auf den Einfluss von Feuer auf diese Arten ist nicht besonders nützlich, auch wenn gesagt werden kann, dass Babiana engysiphon konstant präsent auf beiden Kontroll- und Versuchsflächen in Blomfontein war.

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