Ungerechte Landverteilung in Südafrika

In vorkolonialen Zeiten gehörte das Land auf dem Bokkeveld-Plateau den Viehaltern der Khoi und den San, die Jäger und Sammler waren.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Land den Menschen von weißen Siedlern gewaltsam entrissen. Viele von ihnen wurden Sklaven und Arbeiter auf den Farmen, die von den neuen Siedlern gegründet wurden. Ihre Nachkommen schafften es später, Land in den trockenen unfruchtbaren Zonen des Bokkevelds zu erwerben, aber lebten unter der Apartheid ein hartes Leben in Armut.

1994, nach Ende der Apartheid gab eine versprochene Landreform den Menschen Hoffnung, dass sie nun endlich ihr eigenes Land haben und davon gut leben könnten. Unter Nelson Mandela wurden Anfänge einer Reform getätigt und einige Familien konnten sich mit Hilfe staatlicher Zuschüsse und zusätzlicher Darlehen eigene Farmen kaufen. Hohe Landpreise und ein Boom in der Rooibos-Industrie erschwerten den Kauf von gutem Rooibos-Land.

2013 veränderte die Regierung ihre Politik und hörte auf, „schwarze“ Bauern beim Landkauf zu unterstützen. Stattdessen kaufte der Staat die Landflächen selbst und verpachtete diese an ausgewählte Farmer. In der Bokkeveld Region wurden Bauern in dieser Zeit bedroht und dazu gedrängt, den ökologischen Landbau einzustellen und stattdessen Pestizide einzusetzen.

In allen Rooibos produzierenden Regionen gehört das Land meist weißen, industriell wirtschaftenden Landwirten. Landwirte aus der Bevölkerungsgruppe der sog. „coloureds“ haben Zugang zu weniger als 2 % der kultivierbaren Rooibos-Fläche. Ertragreiches Land, das zum Verkauf steht, wird ausnahmslos an wohlhabende weiße Farmer verkauft. Das Ende der Apartheid hat folglich die ungerechten Landbesitzverhältnisse nicht beendet.

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